NameAbel (Hennebergischer Hofprediger) Scherdinger 338
Birth DateSep 1525299,285
Birth PlaceErmstedt b. Erfurt
Death Date26 Dec 1605299
Death PlaceWasungen
Misc. Notes
Lt. Günther Wölfing („400 Jahre Wasunger Pfarrhaus“, Wasunger Geschichtsblätter Nr. 22, Dez. 2003) wurde er 1524 geboren9; Er hatte Kinder aus 4 Ehen, die er bei guter Gesundheit alle ehrlich ausstattete; die Namen seiner 4 Weiber sind nicht in seiner Leichenpredigt angegeben339;
„Er war 4 Mal verheirathet und hatte viele Kinder erzeugt, die aber des Vaters Geist nicht besaßen.“ (Brückner, S.418)330;

Schule Gotha, Annaberg, Uni Erfurt, Wittenberg, 7 Jahre Lehrer Ohrdruf, 1549 Kol. secundus Schweinfurt; 1552 Ordin. Weimar zum Pfarrer Hohenkirchen, 1567 abgesetzt [weiteres siehe Brückner173]1, 1567 Pfarrer Kühndorf, 1572 Dekan Wasungen, 1574 Consistorialis d. Grafschaft Henneberg; mind. 11 Kinder aus 4 Ehen (u.a. eine Witwe des Offiziers Wiedenhöfner i.d. Leibgarde Kaiser Maximilians II. in Prag, u. die 1545 geborene Anna, die am 4.9.1629 in Wasungen stirbt)299;

Er weiht als Hofprediger von Graf Georg Ernst v. Henneb. am 6.3.1577 das Gymnasium Schleusingen (ein erst 1502 erbautes Kloster) mit einer latein. Rede ein u. der erste Rector M. Wolfgang Moller hielt eine griech. Ansprache.340;

Als Ende Dezember 1583 der letzte Graf von Henneberg, Georg Ernst, starb, hielt ihm der Kirchenrat Abel Scherdiger aus Wasungen eine nach damaligem Begriff wohl sehr schöne, nach heutigem [1901] Geschmack ganz abscheuliche Leichenpredigt338;

1605 “Abel Schertiger/Hiebevor gewesener letzter Fürstlicher Hennebergischer Hoffprediger/Nachmals Chur vnnd Fürstlicher Sächsischer Consistorialn/auch Superintendent vnd Pfarrherr zu Wasungen”341;
Da er auch Kenntnisse in Chemie besaß, wechselte Herzog Johann Friedrich der Mittlere von Sachsen, auch während seiner Gefangenschaft, mit ihm viele Briefe über die Kunst, Gold zu machen191;

„Abel Scherdiger gehört zu den bedeutendsten Pfarrern, welche die Graffschaft Henneberg gehabt. Seine Verdienste um dieses Land sind sehr bedeutend. Er besaß eine ungemein tiefe und umfangreiche Bildung, eine ausgezeichnete Geschäftsthätigkeit, einen unversiegbaren Humor und große Gewandtheit in den geselligen Umgangsformen“; bereits 1603 schreibt sein Freund Thomas Schaller an die Regierung, daß Scherdinger nichts mehr in seinem Amt nütze, „weil er nicht gehen, hören und sehen könnte.330 [Abel Scherdingers 4seitige interessante Lebenbeschreibung siehe Brückner, Pfarrerbuch, 1863]330;

Verzeichnis aller weltlichen und geistlichen Alt-Meininger Beamten: “Schertiger, Abel, geb. 1525 zu Ernstadt in Thüringen, wo sein Vater Pfarrer war, beginnt seine Laufbahn als Lehrer zu Ohrdruff und Schweinfurt, ist nachher 15 Jahre Pfarrer zu Hohenkirchen ohnweit Georgenthal, mußte endlich aus Anlaß der damaligen theologischen Streitigkeiten sein Amt verlassen, lebet darauf zu Schmalkalden und wurde von da aus 1567 von gefürsteten Grafen zu Henneberg als Pfarrer und Decan nach Kühndorf berufen, sowie 1571 als Decanus in Wasungen, Hofprediger und 1574 zugleich als Mitglied des zu Meiningen errichteten Consistoriums oder Kirchenraths bestellet. Beim Ableben des Fürsten Georg Ernst (1583) hielt er als dessen Hofprediger die Leichenrede. - Er starb den 26. Dec. 1605 im 81. Lebensjahre mit Hinterlassung einer zahlreichen Nachkommenschaft. (Seine Wittwe lebte noch 1612 in Wasungen.)”326;

Seine Leichenpredigt wird Weihnachten 1605 folgenden vier Personen gewidmet: „Revenrendis, Doctossimis, atqve Intergerrimis viris, Dn. Iohanni Gvthenio, Meiningensins, Dn. heinrico, Breitungicæ [beide] Ecclesiarum ministris. Avgvstino, reip. Meiningensis ciui, & Dn. Caspari, scholæ Wasungensis moderatori: SCHERTIGERIS, fratribus: Dominis, affinibus atq amicis suis, plurimum colendis.“341 [entweder sind die anderen Kinder zu dieser Zeit schon verstorben oder noch nicht verheiratet! Auf alle Fälle lebt noch eine Tochter, denn lt. Brücknerschem Pfarrerbuch wird um 1612 diese Tochter Elisabeth mit 50 fl. in das Hospital zu Grimmenthal aufgenommen, „wo sie noch im Jahr 1638 armselig und kümmerlich in der damals verwüsteten Anstalt lebte.“330]1
Spouses
Marr Datebef 15581,330
ChildrenHieronymus (bis 1586 SchulMstr. Herrenbr.) (Erwachsenenalter erreicht) (<1555-1586)
 Hans (1586 nach Konstantinopel verschleppt) (Erwachsenenalter erreicht) (<1558-)
 Heinrich (1591 Diak.Wasg.; 1621 Pf.Dermb.) (verheiratet) (1565-ca1633)
 Anna (∞ Superintdt. Güth, Meiningen) (ca1568->1633)
 Johannes (Lehrer in Sundheim) (Erwachsenenalter erreicht) (ca1568-<1605)
 August (Tuchscherer Mng., †† in Kriegsdienst) (im Krieg gefallen) (ca1568-)
 Sebastian (Diakon Wasungen; † 29jährig) (verheiratet, hat Kinder) (1569-1598)
 Margaretha († 13jährig) (vor 18 gestorben) (ca1578-1591)
 Magdalena (∞ Ebert; als Hexe angeklagt) (verheiratet) (ca1579-)
 Elisabeth (ganz arm; 1638 im Hospital Grimmenth.) (Erwachsenenalter erreicht) (ca1579->1638)
 Abel (1593 Student in Jena) (Erwachsenenalter erreicht) (<1580-)
 Anna (Enkelin? ∞ Pf. Schott, Oberstadt) (<1615->1654)
Last Modified 20 Feb 2016Created 5 Mar 2016 using Reunion for Macintosh